Wissens- und Kommunikations-Management mit Drupal

Carsten Logemann

paratio.com e.K.

(Präsentation verlassen)
 
 
Fließtext: 

Zusammenfassung/Abstract:

Der Vortrag vermittelt einen Gesamt-Überblick über die Möglichkeiten zur Realisation individueller Konzepte für Wissens- und Kommunikations-Management mit Drupal. Insbesondere wird auf diverse sehr flexible Module verwiesen, die es ermöglichen, selbst komplexe Webanwendungen ohne Programmier-Kennt- nisse zu erstellen oder zumindest einfacher erweitern und pflegen zu können.

 

Ergänzende Informationen und Quellen: 

Der Vortrag und diese Notizen wurde im Jahr 2009 konzipiert und 2010 überarbeitet.

Diese Notizen sind als Gesamt-Überblick zum Thema angelegt, inklusive einer frei zugänglichen Link-Sammlung. Diese wird auch außerhalb der Vorträge entsprechend gepflegt und erweitert. In den Vorträgen wurden und werden teilweise je nach Zuhörer- und Zeit-Situationen auch Passagen übersprungen.

Termine:

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[Quellen des Fließtexts]

  • [Ba93] Ballauff, Theodor: „Über die Unerläßlichkeit der Bildung“. In: Borelli, Michele (Hrsg.): „Deutsche Gegenwartspädagogik“, Seite 1-19, Baltmannsweiler, 1993.
  • [Bu45] Bush, Vannevar: As We May Think, The Atlantic, July 1945. URL [2010/07/09]: http://www.theatlantic.com/past/docs/unbound/flashbks/computer/bushf.htm
  • [Lo03] Logemann, Carsten: „Wissensorganisation mittels Bedeutungsreferenzen und Beziehungsformeln“ (Diplomarbeit), 2003. PDF-Version: http://embia.org/liath/liber/scio
  • [VD09] van Dyk, J. K.: Das Drupal-Entwicklerhandbuch. Addison-Wesley, München, 2009.

1 Grundlagen

 

1.1 Kontext

  • Sprache: Wortspiel, Satz und Text (Zeichen, Grammatik, Thema)
  • Hyper-Text: Verweise/Links mit Beschreibung (>Enzyklopädie)
  • Assoziative Gruppierung: Bookmarks, Tags, Referenz-Listen (>Memex)
  • Meta-Informationen: Sematisches Web (RDF - Standard des W3C)
  • Text-Kontrolle: Künstliche Sprachen und Ikorbo.net

 

Fließtext: 

Wenn Verweise in Hypertexten einen bestimmten Kontext benötigen, werden diese oftmals entsprechend beschrieben. In komplexeren Konzepten zum Wissensmanagement würde dies die Lesbarkeit beeinträchtigen. Andere Möglichkeiten der Kennzeichnung oder der „Auslagerung“ aus dem Fließtext wie z. B. mit Fußnoten sind sehr sinnvoll und mit Drupal leicht zu realisieren. Innerhalb von Texten können „Verweise zu Wortbedeutungen“ eindeutigen Kontext herstellen, wie es in Enzyklopädien schon lange vor Wiki-Systemen angewendet wurde. Eine „Assoziative Verknüpfung“ z. B. durch Schlagworte (Tags) können ebenfalls Kontexte herstellen. Auch Referenz- und Bookmark-Listen ermöglichen es, größere Zusammenhänge darstellen und vermitteln zu können. Dieser Ansatz wurde von Vannvar Bush schon 1945 im Memex-Konzept [Bu45] beschrieben. Das Resource Description Framework (RDF)1 als Teil des Semantic Web- Konzepts ermöglicht Meta-Kontexte für Text-Einheiten und andere Medien-Inhalte.

Um der Mehrdeutigkeit natürlich-sprachlicher Texte entgegen zu wirken, könnte Kontext noch umfangreicher hergestellt werden, indem Texte selbst stärker organisiert werden z. B. mit künstliche Sprachen oder dem Ikorbo-Konzept2
 
1 Siehe RDF - Standard des W3-Consotiums: http://www.w3.org/RDF/
2 Ausführlich in der Diplomarbeit vom Autor [Lo03] beschrieben.
 
Ergänzende Informationen und Quellen: 

Semantik:

Hypertext:

Assoziative Gruppierung:

Wie in einer Bibliothek können Inhalte verschlagwortet werden: Inhalte lassen sich damit Quer-verbinden und -finden.

Wissensorganisation über assoziative Pfade in einem medialen Speicher 1945 "As we may think" von Vannevar Bush. Assoziation folgt dem menschlichen Denken.

Kontextuelle Strukturierung:

1.2 Statische Informationen

  • Informations-Präsentation im WWW benötigt mindestens:
    • Webserver (z.B. Apache)
    • Daten z.B. als (X)HTML/CSS-Dateien
  • Informationens-Veränderung auf Datei-Ebene
    • Vorteil: Hohe Sicherheit und Stabilität
    • Nachteil: Daten und Layout schwierig zu ändern
  • Content-Management möglich
    • Offline (z.B. mit GoLive und FTP)
    • Online mit getrenntem Redaktions-System
Fließtext: 

Am Anfang des WWW gab es ausschließlich statische Informationen auf der Basis von HTML-Dateien oder damit verknüpfter Medien wie z. B. Bilder, die mit Hilfe einer Webserver-Software an Browser ausgeliefert werden. Insbesondere bei Medien-Dateien und die inzwischen vom Text-Content getrennten CSS-Gestaltungsinformationen ist dieses Datei-Konzept aus Performance-Gründen noch sinnvoll. Content-Management nur auf HTML-Dateiebene ist dagegen nicht sehr flexibel. Dafür kann dieses – auch aus Sicherheitsgründen – ferngesteuert von anderen Rechnern erfolgen.

1.3 Dynamische Webanwendungen

  • Dynamik oder Bequemlichkeit auf einer Website:
    • Gästebuch und Foren,
    • Blog-Funktionen oder
    • ausgewachsenes CMS
  • Eine Webanwendung auf einem Webserver benötigt
    • eine Programmiersprache (z.B. PHP) - und
    • meistens eine Datenbank (z.B. MySQL)
  • Informationen sammeln, speichern und verändern
    • Vorteil: Informationen können schnell geändert werden
    • Nachteil: Das kann unerwartet anders geschehen
Fließtext: 

Die dynamische Verwaltung und Zusammenstellung von Inhalten kann nur mit Webanwendungen funktionieren. Neben einer gewissen Vereinfachung der HTML- Erzeugung erfordert z. B. eine Kommunikations-Plattform zwingend die dynamische Generierung und Modifikation von Inhalten. Ausgefeilte Caching-Techniken (die für Drupal verfügbar sind) helfen insbesondere die nötigen Datenbanken zu entlasten. Da Informationen ständig verändert werden können – vor allem in einer gewollten Mehr- Benutzer-Konfiguration, wie z. B. in Foren – bekommt Sicherheit hier eine große Bedeutung. Auch die Verwaltung statischer Medien-Inhalte kann mit Webanwendungen wie Drupal erfolgen.

Ergänzende Informationen und Quellen: 

Grundsatz: Die Sicherheit von Web-Anwendugen erfordert viel Pflege.

1.4 Zeit und Kosten im Rahmen

  • Prinzip:  Das Rad nicht immer neu erfinden!
  • Zeit-Ersparnis bei Zusammenbau und Pflege mit Standard-Bauteilen
  • Teilweise unflexibel und langsam bei sehr speziellen Aufgaben
  • Web-Application-Frameworks wie z.B. Ruby on Rails (RoR), Grails usw.
  • Javascript-Frameworks insbesondere für AJAX: jQuery und Co
  • YAML: (X)HTML/CSS-Framework für das Template:
  • Drupal: CMS- und Social-Media-Framework mit vielen fertigen Modulen

 

Fließtext: 
Frameworks sparen Zeit sowohl bei der Erstellung als auch bei der späteren Pflege einer Webanwendung. Je nach Einsatzzweck sollte bedacht werden, dass Frameworks zu unflexibel und zu langsam sein können. Drupal bietet neben flexiblen Programmier- Schnittstellen ein umfangreiches Sortiment an fertigen Modulen. Auch zur Usability- Verbesserung mit Javascript gibt es diverse Frameworks, von denen jQuery schon direkt in Drupal integriert ist. Für die schnelle Programmierung von Templates gibt es (X)HTML/CSS-Frameworks, von denen z. B. Zen und YAML bereits für den Drupal- Einsatz vorbereitet sind.

2 Kommunikation von Menschen und Maschinen

2.1 Individualität und Privatheit

  • Ziel der Informationen (zwischen Blog und Nutzerprofil)
    • die Öffentlichkeit (das eigentliche WWW)
    • an geschlossene Empfänger-Gruppen (Freunde, Teams)
    • privat (persönliche Notizen, Nachrichten und Bookmarks)
  • Automatische Aufzeichnung von Benutzerverhalten
    • Systembedingt z.B. für Login
    • Statistiken aller Art von Server und Webanwendung
    • Konzeptionelle Kontrolle z.B. für Lernerfolg in Lernumgebungen
  • Gefahren der EDV insbesondere von Webanwendungen
    • Fehlendes Bewusstsein über die Veröffentlichung von Privatem
    • Fehlfunktionen oder Fehlbedienung der Software geben.
    • Erfolgreiche Manipulation durch Unbefugte. 
Fließtext: 
Im WWW ging es zunächst ausschließlich um die Veröffentlichung von Informationen. Innerhalb von Kommunikations-Systemen ist die Zugriffssteuerung sehr bedeutsam. Insbesondere auch die individuelle Verarbeitung von Wissen wie z. B. Persönliche Notizen und Bookmarks finden zunehmend im Internet statt. Zudem gibt es auch in Drupal diverse Aufzeichnungen über das Verhalten von Benutzern.
 
Diese können zum Teil technisch notwendig sein oder auch Statistiken dienen, die sich oft deaktivieren lassen. Auch Konzeptbedingt können besondere Informationen über Benutzer gesammelt werden. In einem Lern-System können dies z. B. Lernfortschritte und Test-Ergebnisse sein. Obwohl Drupal es ermöglicht, den Zugriff auf Informationen sehr fein einstellen zu können, ist zu bedenken, dass private Informationen doch öffentlich werden können. Neben Fehlbedienungen kann es auch Fehlfunktionen geben oder ein Angriff auf eine Web-Anwendung könnte mal erfolgreich sein. Selbst ein als Intranet angelegtes System kann ebenso angegriffen werden, wie ein privater Computer.
 
Ergänzende Informationen und Quellen: 

Ein Tagebuch dient meistens eher einer privaten Aufzeichnung von Ereignissen, die in der Regel nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. In diesem Sinne ist "Tagebuch" keine gute Übersetzung für Blog (Web-LOG), das ja primär auf eine Veröffentlichung zielt. Im Sinne der Sicherheit privater Informationen stellt allerdings jede Aufzeichnung ein potentielles Risiko dar.

2.2 Soziale Organisation

  • Website-Weite Rollen, Rechte und Zusammen-Arbeit
    • Basis: Gäste, Benutzer, Administratoren (user/1 ist root)
    • weitere Rollen frei definierbar und Rechte zuweisbar
    • Wiki-Funktionen und Checkout (Bearbeitungs-Sperre)
    • Core-Forum mit Kommentaren oder dieses erweitern
  • Individuelle Beziehungen
    • Beziehungen definieren oder nachbilden (z.B. mit Relationships)
    • individuelle Node-Rechte und private Mittteilungen
  • Gruppen mit Organic Groups
    • Rollen und Rechte - Unterverteilung
    • eigene Inhalte und Kommunikation
    • versteckte und offene Gruppen

 

Fließtext: 

Drupal bietet sehr viele Möglichkeiten zur sozialen Organisation von Benutzern. Angefangen bei einem Rollen- und Rechte-Management gibt es diverse Möglichkeiten, soziale Beziehungen (z.B. Freundeslisten) darzustellen. Die Möglichkeit offene Gruppen oder geschlossene Teams zu bilden bietet z. B. das Modul Organic Groups. Diese Gruppen lassen sich wiederum mit Lese- und Schreibrechten zu verknüpfen. So ist z. B. Redaktions-Workflows oder eine kooperative Inhalts-Bearbeitung möglich.

2.3 Zugänglichkeit der Maschine

  • Zugänglichkeit der Web-Anwendung
    • Ausfall-Sicherheit von Hard- und Software (Sicherheits-Updates)
    • Kapazitäten der Rechenleistung und Bandbreite (Kompression)
  • Zugänglichkeit der Inhalte (Barrierefreiheit)
    • für Browser aller Art und Betriebssysteme (auch für Seh-Behinderte)
    • für Suchmaschinen
  • Zugänglichkeit von Funktionen: Usability und Interface-Gestaltung
    • für Benutzer ("Frontend")
    • für Administratoren, Moderatoren usw. ("Backend")

 

Fließtext: 

Durch die Organisation und Präsentation von Wissen im Internet bekommt die technische Zugänglichkeit dazu eine massive Bedeutung, insbesondere, wenn man ein Recht auf Bildung als das „Recht auf die totale Beteiligung an dem erreichten Weltwissen“ [Ba93, S. 5] versteht. Zur Aufrechterhaltung des Server-Betriebs und der Webanwendung – nebst Anbindung an das Internet – ist zunächst die Zugänglichkeit der Inhalte (Barrierefreiheit) von Interesse, für die es zum Teil auch rechtliche Vorschriften gibt3. Bezüglich interaktiver Web-Anwendungen und dem Trend zu Social Media wird auf den zunehmend auch die Zugänglichkeit der Funktionen bedeutsam4

3 In Deutschland z.B. im BITV geregelt: http://www.gesetze-im-internet.de/bitv/index.html

4 Siehe z.B. „BIENE nimmt Forschungssemester“: http://www.einfach-fuer-alle.de/biene-2008/#biene08-pm01

Ergänzende Informationen und Quellen: 

Suchmaschinen-Optimierung (SEO) und Drupal:

Zu Vorschriften des Staates bezüglich Barrierefreiheit siehe das im BITV in Deutschland: http://www.gesetze-im-internet.de/bitv/index.html

Für Usability in Social Media siehe z.B. „BIENE nimmt Forschungssemester“ (http://www.einfach-fuer-alle.de/biene-2008/#biene08-pm01)

 

2.4 Aktion und Reaktion

  • Interne Abläufe (Hook- und Form-API für PHP-Entwickler)
    • Benutzer-Aktion (erstellen, blockieren, einloggen, ausloggen usw.)
    • Node-Aktionen (erstellen, laden, vorbereiten und ausgeben)
  • Kontakt-Formular erzeugt E-Mail (Messaging-Modul kann mehr)
  • Core: Trigger und Actions (z.B. Benutzer sperren)
  • Core: Update status informiert Admin über Sicherheits-Updates
  • Workflow-Modul (Arbeits-Abläufen, Status-Änderungen)
  • Rules-Modul (erweiterbares Automatisierungs-Framework)
  • Weitere Module z.B. zum automatisierten Twittern
  • Taktgeber: cron.php (intern Unix, extern über HTTP)

 

Fließtext: 
Drupal ist so aufgebaut, dass an sehr vielen Abläufen mit dem so genannten Hook- Systems programmiertechnisch angeknüpft werden kann. Schon das Kern-System bietet einfach konfigurierbare Möglichkeiten, wie z.B. Kontakt-Formulare oder einen Moderations-Workflow. Auch gibt es die Möglichkeit Aktionen auszuführen, wenn bestimmte Ereignisse eintreten z. B. E-Mail-Versand, User sperren oder ähnliches. Neben vielen Modulen für bestimmte Aufgaben bietet das Rules-Modul ein komplexes Aktion-Reaktion-Framework. Da Rules wenn nötig per Programmierung erweitert werden kann, sind eigene Module für eine individuelle Automatisierung oft nicht notwendig.
Für zeitbasierte Aktionen benötigt Drupal einen Taktgeber der vom Betriebssystem kommen oder auch durch den Aufruf der Datei „cron.php“ erfolgen kann.

3 Ordnen und Erweitern mit Daten-Strukturen

 

 

3.1 Inhalts-IDs und Node-Typen

  • Node-Modell in Drupal mit eindeutige IDs auch für Revisionen
    • Meta-Informationen: Autor, Erstellungsdatum, Revision usw.
    • elementare Inhalts-Unterscheidung durch definierbare Node-Typen
    • Basis-Felder in Nodes: Titel, Text 
  • Module erzeugen spezielle (oft funktionale) Node-Typen
    • z.B. eCard- oder FAQ-Beitrag
    • Tabellarische Inhalte wie z.B. Sheetnode oder Matrix
  • Felder mit Content Construction Kit (inkl. Option-Widgets)
    • Unterschiedliche Text-Felder, Node- und User-Referenzen
    • Nummern und mit Date-API: Datum und Uhrzeit 
    • spezielle Felder anderer Module z.B. Geo-Location oder Links
    • Computed Field (mit PHP Know How): Ergebnisse in Datenbank
    • Felder in eigenen Blöcken anzeigen oder "bearbeitbar" lassen 

 

Fließtext: 
Sämtliche Inhalte inkl. Benutzer und Ereignis-Protokolle werden mit eindeutiger IDNummer in Drupal verwaltet. Das zentrale Inhalts-Konzept sind so genannte Nodes (Knoten) mit denen diverse Meta-Informationen verknüpft werden. Aufgrund der Komplexität von Nodes – die sich zudem durch diverse Module erhöht – sind Nodes aus Performancegründen nicht in jedem Fall eine sinnvolle Wahl zur Speicherung von Informationen, wie z. B. Bei einfachen Ereignis-Protokollen.
Das Kern-System von Drupal erlaubt die Definition eines Node-Typs als elementare Inhalts-Unterscheidung. Dies ermöglicht es z. B. auch Wissens-Arten voneinander zu unterscheiden, wie z.B. Erfahrungsberichte, FAQ, Definitionen oder konkrete Anleitungen.
Viele Module erzeugen spezielle Node-Typen mit bestimmten Funktionen. Die vom Kern-System bereitgestellten Basis-Felder Textkörper und Titel lassen sich insbesondere mit dem Content Construction Kit (CCK) – das inzwischen Teil des Drupal 7 Core ist – leicht erweitern. Neben vielen funktionalen Feldern sind oftmals auch weitere Text- Felder sinnvoll, um z. B. auch Text-Arten innerhalb eines Nodes zu unterscheiden, wie z.B. weiterführende Informationen zu den eigentlichen Aussagen in einem Node.

3.2 Schlagwörter, Lesezeichen und Inhalts-Gruppen

  • Schlagwörter mit Drupals Taxonomie (Tagging-System) 
    • Hierarchische und Nicht-Hierarchische Vokabulare
    • Geschlossene (definierte) und offene Vokabulare (free tagging)
    • Websiteweite-, Guppen- und individuelle Vokabulare
    • Tags/Terme können mehsprachig gepflegt werden
    • Mehrere Vokabulare ermöglichen Facettenklassifikation (4.4)
  • Mit CCK besondere Link-Felder erzeugen und ein Label geben
    • Node-Reference (zu Inhalts-Nodes)
    • User-Reference ( zu Benutzern)
  • Individuelle Bookmarks und Tags (z.B. mit dem Flag-Modul)
  • Nodes gruppieren
    • Core-Book-Funktion und diese Erweitern z.B. mit "Outline"
    • mit Modulen wie  "Nodequeue" , "nodeorder" oder "dataset"
Fließtext: 
Drupals Taxonomie-System ermöglicht es, Nodes mit Tags (Schlagworten) zu versehen. Diese werden in Vokabularen organisiert und können z. B. mit Nutzer-Rollen und Node- Typen verknüpft und hierarchisch oder flach organisiert werden. Es können redaktionell definierte neben offenen Vokabularen verwendet werden, die ein „free tagging“ erlauben. Synonyme innerhalb einer Sprache oder die komplette Übersetzung von Tags (Terme) ist ebenfalls möglich. Auch CCK erlaubt ein Schlagwort-Konzept. Die Verwendung mehrerer Vokabulare und/oder CCK-Feldern ermöglicht eine Facettenklassifikation und die entsprechende Suche danach (siehe 4.4).
Für individuelle Lesezeichen oder evtl. auch nur temporäre Kennzeichnungen gibt es z. B. das Flag-Modul. Man kann Nodes oder Benutzer in Listen zusammen zu führen oder direkt auf besondere Weise aufeinander verweisen lassen. Letzteres ermöglicht hierarchische Eltern-Kind-Beziehungen oder auch Verbindungen in einer „Ebene“.

3.3 Semantik und Meta-Informationen

  • Überschriften, Listen und andere sinnvolle HTML-Auszeichnungen
  • Meta-Tags (Autor, Schlüsselwörter, Beschreibung usw.) in Dokumenten/Nodes 
  • Bild-Informationen mit Zusatz-Informationen versehen
  • W3C-Standard "Resource Description Framework"
    • formale Beschreibung von Informationen über Objekte (Ressource)
    • Das RDF-Modul bereitet bestehende Informationen auf.
    • Diverse Module stellen wiederum für RDF entsprechende Informationen bereit, wie z.B. das File-Framework.
    • Die Nutzung bzw. die Konfiguration erfordert vor allem Verständnis des RDF-Konzepts des Sematic Web.

 

Fließtext: 

In Texten können Überschriften, Listen und andere sinnvollen HTML-Auszeichnungen mit WYSIWYG-Editoren eingefügt werden. Für die Verwaltung von Meta-Tags (Autor, Schlüsselwörter, Beschreibung usw.) und RDF-Informationen in Nodes gibt es ebenso Module zur Verwaltung. Für die automatische Ergänzung bzw. Veränderung von Texten mit Meta-Informationen z.B. auch für eine Verknüpfung mit einem Glossar oder Verknüpfung von Akronymen mit ihren „Übersetzungen“ gibt es fertige Module. Das Filter-System (siehe 4.1) ermöglicht eine einfache Realisation einer individuellen, automatisierten Verwaltung von Meta-Informationen.

3.4 Elementare Annotation

  • Beispiel: Ikorbo-Konzept des Autors (siehe Diplomarbeit)
  • komplette, granulare Veränderung/Erweiterung von (Hyper-)Texten
  • automatische Filterung funktioniert nicht, da explizite Entscheidungen vom Autor nötig sind
  • manuelle Eingabe und Verlinkung ist möglich, aber nicht sinnvoll.
Fließtext: 

Eine elementare Annotation von Texten z.B. wie im Ikorbo-Konzept des Autors beschrieben [Lo03] würde eine komplette, granulare Veränderung von Texten mit sich bringen. Auch hierzu ließe sich Drupal nutzen, da Inhalte sowohl vor dem Abspeichern in der Datenbank als auch vor der Ausgabe komplett per Programmierung verändert werden können.

Ergänzende Informationen und Quellen: 

4 Suchen, Ersetzen und Anzeigen

Daten aufbereten, präsentieren und finden

4.1 Dynamischer Inhalt

  • Das Filter-System von Drupal hilft Inhalte dynamisch zu verändern: 
  • Diverse Module nutzen Filter für verschiedene Aufgaben, z.B.:
    • HTML bereinigen und problematische Inhalte filtern
    • E-Mail-Adressen maskieren (Anti-Spam)
    • Links zu Glossar-Inhalten und URL-Icons für externe Links anzeigen
    • Überschriften-Listen, Fußnoten usw. erzeugen.
    • Mathematische Formeln darstellen
    • und vieles mehr
  • Filter erstellen ohne Programmierung
    • Modul "Flexifilter"
    • Modul "Custom Filter"
Fließtext: 

Innerhalb von Text-Feldern können Benutzer unterschiedliche Eingabe-Formate nutzen, die mit unterschiedlichen Editoren und Filtern verbunden sind. Das Filter-System ermöglicht es, Inhalte vor der Ausgabe zu modifizieren ohne die Nodes zu verändern. Neben der Ergänzung von Texten mit Zusatz-Informationen (siehe auch 3.3) können auf diesem Weg vor allem problematische HTML-Befehle ausgefiltert und z. B. E-Mail- Adressen maskiert werden. Individuelle Filter – auch zum Ersetzen von Text- Fragmenten – werden mit entsprechenden Modulen ohne Programmierkenntnisse ermöglicht.

4.2 Volltext-Suche

  • Core: Indexierung und Gewichtung von Inhalten für die Volltext-Suche
    • Sprach-Indexierung mit speziellen Stemmer-Sprach-Modulen 
    • HTML-Indexer basierend auf semantischen Tags (H1, a, strong, etc.)
    • Diverse Erweiterungen auch zum Indexieren (inkl. CCK-Feldern).
    • Indexierung von Upload-Text-Dokumenten (z.B. mit "Search Files")
  • Schnelle externe Volltext-Such-Technologien können integriert werden
    • Nachteil: Erfordert besondere Technologie auf Server
    • Sphinx (SQL Phrase Index)
    • Apache Solr (Lucene) demnächst mit RDF-Integration
    • Solr-Dienstleistung z.B. von Acquia
  • Suchen/Ersetzen von Content mit "Search and Replace Scanner"

 

Fließtext: 

Der Drupal-Kern ermöglicht eine Indexierung und Gewichtung von Inhalten für die Volltext-Suche. Da diese nicht sehr schnell ist, lassen sich externe Volltext-Such- Technologien wie z. B. Apache Solr einbinden. Ein globales Suchen und dauerhaftes Ersetzen von Texten in der Datenbank ist mit dem Modul Search and Replace Scanner möglich.

4.3 Datenbank-Ansichten und Massen-Berarbeitung

  • Informationen suchen, laden, filtern, sortieren und anzeigen
    • Datenbank-Layer des Drupal-Cores mit SQL-Befehlen
    • In Modulen oder sogar im Template realisierbar.
  • Einfacher Weg mit dem Views-Modul auch für Nicht-Programmierer:
    • Listen unterschiedlicher mit Argumenten und Filtern
    • Kalender mit Informationen der Date-API
    • Galerien mit Image-Modulen, TAG- und CCK-Clouds
    • Berechnungen und Export von Listen-Ergebnissen
  • Einfache Änderung innerhalb von "Such-Ergebnissen"
    • Mit "Edit-View" einzelne Inhalte direkt in Liste bearbeiten
    • Gruppen-Änderungen mit "Bulk-View" und anderen Modulen
Fließtext: 

Ein einfacher Weg zum Suchen, Laden, Filtern, Sortieren und Anzeigen von Informationen aus der Datenbank bietet das Views-Modul ganz ohne Programmierung. Auf diesem Weg lassen sich vor allem Listen unterschiedlicher Art erzeugen, wie z. B. „neueste Kommentare“. Das Modul Bulk-Operations zum Bearbeiten der angezeigten Informationen, erlaubt z. B. das schnelle Erstellen von Moderations-Werkzeugen.

4.4 Finde-Maschine

  • Erweiterte Suche (Core) nach Inhaltstypen u. Taxonomie
  • diverse Finde-Module als Alternative, bzw. Ergänzung zur Volltext-Suche
  • Automatische Suche, wenn Seite nicht vorhanden (Error 404)
  • Suche in Books (als Node-Gruppe)
  • Views veränderbaren Filtern als individueller Finde-Helfer. Suche z.B. nach:
    • Autoren,
    • Inhalts-Typen
    • Tags
    • CCK-Felder
    • Zustände,
    • Datum usw.
  • Facetten-Suche: Volltext mit manuellen Einschränkungen
Fließtext: 

Die Unterscheidung von Inhaltstypen ermöglicht entsprechende Suchfilter auch in der internen Volltext-Suchmaschine, die das Kern-System bereit stellt, wie auch die Suche nach Autoren und Tags. Das Views-Modul ermöglicht es zudem, diverse Filter auch als Anzeige-Modifikation der Datenbank-Abfrage zu definieren. Diese beschriebenen Möglichkeiten sind vor allem effizient, wenn die/der Suchende schon weiß, was er/sie sucht. Das Konzept der Facettensuche, bei dem eine Volltext-Suche zunächst alle Ergebnisse präsentiert, aber dazu diverse Facetten wie Tags, Autoren Inhaltstypen oder CCK-Felder als mögliche Filter selbständig präsentiert, ist auch mit Drupal möglich. Die Facettensuche ist bei erfolgreichen Webshops schon lange im Einsatz5

5 Siehe z.B. http://www.amazon.de/ oder http://www.ebay.de/

5 Meta-Vernetzung von Websites, Web-Diensten und Desktops

 

Fließtext: 

Wenn Web-Dienste eine externe Kommunikation ermöglichen, gibt es häufig Module, um diese mit Drupal zu verbinden. Auf der anderen Seite gibt es viele Daten- Schnittstellen, die Drupal selbst bereit stellen kann, um Informationen auf unterschiedliche Weise auszugeben oder entgegen nehmen zu können. Insbesondere RSS- und iCal-Feeds eignen sich zum einfachen und plattformübergreifenden Daten- Austausch. Drupal kann z. B. auch sehr flexibel mit dem Views-Modul diese Daten bereit stellen und z. B. mit dem Feeds-Modul sehr flexibel automatisch einlesen und weiter verarbeiten.